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 Eduard Strasburger (1844 – 1912)

Ölgemälde Eduard Strasburgers, ca. 

   1900

Portrait Eduard Strasburgers in seiner Zeit als Ordinarius für Botanik
an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn.

Ölgemälde von Joseph Fassbender, nach einer Photographie, ca. 1900, Original im Botanischen Institut, Meckenheimer Allee 170.

Strasburger war Initiator und Leitender Herausgeber des Lehrbuchbestsellers
Strasburgers Lehrbuch der Botanik.

 

 Werdegang und Lebenswerk Eduard Strasburgers

Nach dem Studium in seiner Heimatstadt Warschau und für kurze Zeit an der königlichen Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, wurde Strasburger 1864 Assistent im Jenaer Phytophysiologischen Labor des berühmten Botanikers Nathanael Pringsheim, legte 1866 an der Universität Jena seine Doktorprüfung ab und habilitierte sich nur ein Jahr später an der Universität Warschau.

1869 nahm er den Ruf an das Extraordinariat für Botanik in Jena an, das mit der Leitung des Phytophysiologischen Institutes Pringsheims und der Leitung des Botanischen Gartens der Universität verbunden war. Er wurde aber erst zur Abwendung eines Rufes auf das Ordinariat für Botanik in Lemberg (Polen) auf Betreiben seines Kollegen Haeckel als ordentlicher Professor und Nachfolger von Pringsheimübernommen. 1880 folgte Strasburger dem Ruf auf die Nachfolge von Hansteins nach Bonn, wo er bis zu seinem Tode im Mai 1912 das Ordinariat für Botanik mit Sitz im Poppelsdorfer Schloß innehatte.

Strasburgers Forschungen beschäftigten sich mit den Befruchtungsvorgängen bei Moosen, Farnen und Nacktsamern. Sein besonderes Interesse galt der Zellteilung und in diesem Zusammenhang konnte er bestätigen, daß sich der Zellkern bei der Zellteilung nicht auflöst, sondern im Prozess der Mitose in zwei Tochterkerne teilt, die an die beiden Tochterzellen weitergegeben werden. Ferner konnte er, wie zuvor schon Fleming bei tierischen Zellen zeigen, daß sich im Verlaufe der Kernteilung die Chromosomen der Länge nach spalten.

Zu seinen weiteren Entdeckungen gehört die spezies-spezifische Konstanz der Chromosomenzahl und die Reduktionsteilung (Meiose), die der Bildung von Geschlechtszellen vorangeht. Darüber hinaus hat Strasburger über die Natur der pflanzlichen Zellwände, über den Bau der Leitungsbahnen in Pflanzen und an vielen anderen Problemen auf dem Gebiet der botanischen Zytologie gearbeitet.

Eduard Adolf Strasburger starb am 19. Mai 1912 und wurde wenige Tage später auf dem Poppelsdorfer Friedhof beigesetzt. Seine Grabstätte, die er schon 25 Jahre vorher erstanden hatte, befindet sich auf dem alten Teil des Friedhofs in der Abteilung V und wird als Ehrengrab Nr. 22 von der Stadt Bonn erhalten.

 

 Strasburgers Lehrbuch der Botanik

Von Strasburger und drei weiteren gleichberechtigten Autoren verfaßter Klassiker unter den Botaniklehrbüchern, erschienen zum ersten mal 1894 im Verlag Gustav Fischer, Jena

Strasburgers Lehrbuch der Botanik ist seit seinem ersten Erscheinen 36 mal neu aufgelegt, jedesmal überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht worden. In der Folge der Neuauflagen wurde nach Ausscheiden eines der Autoeren (inclusive Strasburger selbst nach seinem Tode mit der 12. Auflage, 1913) von den drei verbliebenen ein neuer Autor hinzugewonnen, sodaß das Werk bis heute ein Höchstmaß an Kontinuität mit einem Maximum an Aktualität verbindet. Die Erstausgabe wurde ausschließlich von Dozenten des Bonner Botanischen Institutes bestritten und auch in späteren Ausgaben waren immer wieder neben namhaften Kollegen aus anderen Universitäten Mitglieder des Botanischen Institutes unter den Mitautoren vertreten, weshalb das Werk in Fachkreisen auch als das "Bonner Lehrbuch" bekannt war. Die Bonner Mitautoren waren die Professoren Fritz Noll , Wilhelm Schimper, Georg Karsten, Hans Fitting und Walter Schumacher . Erst mit der 31. Auflage (1978) war kein Bonner Autor mehr in Strasburgers Lehrbuch vertreten.

Weitere Einzelheiten in:
Ulrich G. Moltmann: 100 Jahre Strasburgers Lehrbuch der Botanik
Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, 1994
 

 

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 Letztes Update:  23.04.2012 • MS